Archive for März, 2009

Oha

Sonntag, März 29th, 2009

Möchte man nicht haben und versucht man nicht mehr dran zu denken, wenn man es hat: Blut pupsen. Möge eine höhere Macht weitere Vorkommnisse in diese Richtung bitte vermeiden – danke.

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Freitag, März 27th, 2009

1223, 1224

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Donnerstag, März 26th, 2009

Gegenlicht

Mein Papa ist bei der Bundeswehr

Mittwoch, März 25th, 2009

Dss die derzeitige Einberufungspraxis für Wehrpflichtige zumindest nicht ganz koscher, wahrscheinlich aber sogar verfassungswidrig ist, hätte ich auch vorher gewusst. Nur dem Umkehrschluss, dass sich die Bundeswehr nun endlich auf ihre Zukunft als gänzliche Freiwilligenarmee vorbereiten soll, halte ich für falsch – wenn nicht gar gefährlich.

Gerade gestern habe ich Jesus Camp gesehen.In dem Film trägt eines der evangelikalen Mädchen ein T-Shirt mit der Aufschrift “My dad is in the army”. Das – und der Stolz darauf, dass Papa im Irak für Recht, Ordnung und Frieden kämpft (sic!) – dürfte uns dann auch bald in Deutschland vor der Tür stehen. Coole, junge Bundeswehroffiziere die, staatlich unterstützt, in Schulen werben gehen, vor Jugendzentren stehen, im Kino Crossmarketing bei Kriegsfilmen betreiben. Die Bundeswehr ist den ein oder anderen Schritt in diese Richtung bereits gegangen und wird die nächste Jugend mit Kriegswerbung überhäufen, wenn wir es versäumen den viel wichtigeren Schritt zu tun: Die Bundeswehr abzuschaffen Die Bundeswehr zu einer Gruppe von Hilfssoldaten umzuwandeln, die keine kriegerischen Handlungen mehr ausführen dürfen. Blauhelme, Beschützer, Behüter und nicht Erkämpfer des Frieden.

Und, nur für den Fall: Ich weiß, wie allein ich mit dieser Meinung bin und wie allein Deutschland mit dieser Einstellung dann in Europa und der Welt wäre. Wie utopisch das ist. Aber ich dachte, ich müsste es mal sagen, bevor eure Kinder später von der Schule zurückkommen und die Armee cool finden. Es wäre sicher der falsche Weg.

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Montag, März 23rd, 2009

Berlin Ostkreuz

Sonntagabend

Sonntag, März 22nd, 2009

Die Überwindung, die es braucht, um allein in eine Kneipe zu gehen sinkt mit steigendem Alter. Durchaus erfreulich, denn so habe ich es heute geschafft den Tatort zu sehen obwohl beide Mitbewohner indisponiert waren. Zwei Bier, ein Flammkuchen, 12,20 plus 80 Cent für die hübsche Kellnerin. Waren das nicht beim letzten mal zwei Euro weniger und kein Käse auf dem Flammkuchen? Wenn ich mir das in einem Monat wieder leiste sollte ich mal nachhaken.

Zum Tatort: Ich stehe ja auf so hübsche Dreißigjährige. In meiner ehemaligen Kita hatten wir eine. Locken bis über die Schultern hinaus, schmaler Körper, kleine Brüste. Fest verankert, viele Probleme, aber immer was zum tratschen und nett wie Bolle. Und ein Freund. Zu spät.

Zur Kellnerin: Wie kommt man eigentlich an Kneipenbedienungen ran? Woran erkennt man den Unterschied zwischen “Du bist mein Kunde, ich bediene dich”-Freundlichkeit und “Ach mensch, du könntest mir ja auch gefallen”-Freundlichkeit? So hoffe ich jedenfalls es war letzteres und verbleibe in Hoffnung.

Diese sanfte Verrauchtheit von vier, fünf Zigaretten und dem verschütteten Bier, die könnte ich gerne öfters haben. Auch als Nichtraucher.

Kopftätscheln

Sonntag, März 22nd, 2009

Oft sehe ich wildfremde Frauen und meine, ihnen meinen Respekt ausdrücken zu müssen. Ihnen dafür Tribut zu zollen, wie hübsch oder taff sie sind oder was sie sich für einen Typen angeschafft haben. Eben gerade hätte ich gerne der Frau schräg gegenüber gesagt wie unglaublich hübsch ihre Jacke samt Kapuze ist. Übertrieben, aber stimmig und hübsch. Jeden morgen sehe ich eine fantastische rothaarige Frau im U-Bahnhof. Sie fährt in die andere Richtung, leider.

Dann denke ich, dass diese Frauen ein direkt ausgesprochenes Kompliment von mir wohl als Diskreditierung auffassen würden, sich jedenfalls sicher belästigt fühlen. Wenn große Typen auf einen zu kommen und einem Komplimente machen – sicher wäre jeder eingeschüchtert. Doch wie lernt man eine dieser Frauen kennen, über Beziehungen, Singleparts für über dreißigjährige?

Mir bleibt nur diese eine Sekunde, in der sich die Blicke treffen und ich ihren Blick aushalte, starr. Nicht gaffend, interessiert freundlich. Und die Hoffnung, dass wenigstens mein Kompliment angekommen ist.

Der Morgen danach

Samstag, März 21st, 2009

Wir hätten uns nicht direkt am nächsten Tag wieder treffen sollen. So sitzen wir vor dem Fernseher und jedes Gespräch wirkt bemüht, nichts läuft von selbst. Ich trinke Tee, fange an zu schwitzen, öffne den Zipper, schließe ihn wieder. Vor uns Castingshows auf VOX, das einzige Gesprächsthema. Der Beuteltee, den sie aufgekocht hat, riecht nach Kotze. Hätte ich auch ahnen können, dass irgendwann alles auserzählt ist, erst recht wenn man am Vortag bereits gemeinsam angetrunken nach Hause gefahren ist.

Wobei: ich kenne diese schreckliche Bemühtheit, das schleppende Gespräch und mein Versinken in der Couch, bis mein Arsch fast auf dem Boden rutscht und ich wieder hochrücken muss. Passiert mir immer, wenn ich auf eine Frau stehe und mich mit ihr in fester Absicht, dass ich etwas unternehmen will, treffe.

Ich schau ihr ins Gesicht. Die Gnubbelnase ist mir gestern noch nicht aufgefallen, die ganzen Falten auch nicht. Ich schaue ins Zimmer: Geschmack ist etwas anderes, Ordnung auch. Von ihren Kochkünsten hatte ich mich am Vortag schon überzeugt. Ich gehe, sage das nächte Treffen mit ihr drei Tage später unter einem Vorwand ab. Nüchternheit ist mir ehrlich.

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Samstag, März 21st, 2009

Notausgang

Chance

Freitag, März 20th, 2009

Ich vermute: jeder bekommt seine Chance, etwas wertvolles zu tun. Meine Kita bekam diese Chance vorgestern, als eine Familienhelferin anrief, die für zwei türkische Kinder einen Kitaplatz sucht. Die Mutter der Kinder hat sich vor kurzem mit einem radikalen Bruch von ihrem Mann getrennt, empfängt Hartz 4 und dürfte einigermaßen verzweifelt sein – da passt es, dass die Kita gerade zwei Plätze frei hat und intensiv Kinder sucht.

Die Frau bekam nach großer Diskussion eine Ablehnung vom Vorstand. Zu groß waren die Ressantiments gegen Türken, die vorgeschobene Angst, der böse Vater könnte irgendwann vor der Tür stehen und Stress machen. Zu leise war auch die Stimme der Befürworter, keiner wollte sich aus dem Fenster lehnen, schließlich könnte der Vater ja wirklich irgendwann vor der Tür stehen und die Befürworter wären dann daran schuld, das irgendetwas unvorhersehbares passiert.

Zu wenig Courage, zu viele Vorurteile. Für einen christlichen Kinderladen, der mit Freude jedes Jahr den Martinstag feiert, ein Armutszeugnis. Oder die Wahrheit über Religion: Tolerant, solange es in der Familie bleibt.