Mein Papa ist bei der Bundeswehr
Dss die derzeitige Einberufungspraxis für Wehrpflichtige zumindest nicht ganz koscher, wahrscheinlich aber sogar verfassungswidrig ist, hätte ich auch vorher gewusst. Nur dem Umkehrschluss, dass sich die Bundeswehr nun endlich auf ihre Zukunft als gänzliche Freiwilligenarmee vorbereiten soll, halte ich für falsch – wenn nicht gar gefährlich.
Gerade gestern habe ich Jesus Camp gesehen.In dem Film trägt eines der evangelikalen Mädchen ein T-Shirt mit der Aufschrift “My dad is in the army”. Das – und der Stolz darauf, dass Papa im Irak für Recht, Ordnung und Frieden kämpft (sic!) – dürfte uns dann auch bald in Deutschland vor der Tür stehen. Coole, junge Bundeswehroffiziere die, staatlich unterstützt, in Schulen werben gehen, vor Jugendzentren stehen, im Kino Crossmarketing bei Kriegsfilmen betreiben. Die Bundeswehr ist den ein oder anderen Schritt in diese Richtung bereits gegangen und wird die nächste Jugend mit Kriegswerbung überhäufen, wenn wir es versäumen den viel wichtigeren Schritt zu tun: Die Bundeswehr abzuschaffen Die Bundeswehr zu einer Gruppe von Hilfssoldaten umzuwandeln, die keine kriegerischen Handlungen mehr ausführen dürfen. Blauhelme, Beschützer, Behüter und nicht Erkämpfer des Frieden.
Und, nur für den Fall: Ich weiß, wie allein ich mit dieser Meinung bin und wie allein Deutschland mit dieser Einstellung dann in Europa und der Welt wäre. Wie utopisch das ist. Aber ich dachte, ich müsste es mal sagen, bevor eure Kinder später von der Schule zurückkommen und die Armee cool finden. Es wäre sicher der falsche Weg.