Wicked game

Wie es eben so läuft: Die Party, die die Mitbewohner anberaumt hatten und auf die ich sie eingeladen hatte scheitert an zu wenig Menschen, kurz bevor L. kommen sollte flippte ich dementsprechend vor Nervosität aus, schnauzte den Mitbewohner an und wir entwickelten einen Plan B. Der Start schleppte sich mit einigen Peinlichkeitspausen, woraufhin wir uns aber vier Stunden lang gut und fast nur zu zweit unterhielten.

Sie ist gerade in der zwölften Klasse, schreibt 13 bis 14 Punkte in den Prüfungen, schaltet aber mündlich ab und versaut sich so 1/3 ihrer Note. Würde gerne Psychologie studieren, dafür reicht die Note aber nicht, ihre Alternative Cognitive Science wird in Berlin leider noch nicht gelehrt. Sie kommt aus einem Berliner Randgebiet, wurde von ihrem Vater (“Naturnazi”) nach Mecklenburg Vorpommern verschleppt, war dort wiederum aus Gründen der Rebellion ein Dorfpunk mit Iro und kam dann irgendwann wieder nach Berlin, um in Spandau ihr Abitur zu machen. Sie kann Pro Reli-Befürworter verstehen (Die Diskussion darüber musste ich aufgrund böser Erinnerungen schnell abwürgen.) und ist generell gerne Anti.

Am Ende war sie die erste Frau, der ich meine Chris Isaak-Platte vorgespielt habe. Ich verabschiedete mich mit dem Wunsch, mal ihre Plattensammlung zu sehen. Sie drückte mich fest. Wicked game.

One Response to “Wicked game”

  1. Zwischenspiel | The educator Says:

    [...] meine liebgewonnene Zufallsbekanntschaft, hat angerufen. Sie war gerade bei mir in der Straße, wollte sich mit mir treffen. Etwas [...]

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