Punkt Punkt Punkt

“…ist schwul” steht nach anderthalb Lehrgangstagen auf meinem Namensschild. Das sagt sowohl einiges über mein Aussenbild als auch über den Querschnitt der momentanen Zivildienstleistenden aus. Prollos und komplette Verweigerungshaltung sind ebenso an der Tagesordnung wie das abendliche Besäufnis. Einzig mit meinem Zimmergenossen, einem Koch aus einem Nordberliner Kinderladen, habe ich mich bisher unterhalten. Vorhin beim Mittag setzte sich noch ein junger Mann im Hemd zu uns, wir sind die einzigen beiden Kragenträger unter 70. Interessant an der Gruppe ist einzig die ethnische Mischung, so mancher Lehrer hätte diese realitätsnahen Verhältnisse sicher gerne in seiner Klasse: Drei Türken, zwei Chinesen und ein Schwarzer auf 17 Deutsche.

Drei Tage muss ich noch durchhalten und ich denke nicht einmal daran, mein Namensschild auszuwechseln. Nur wo ich die Wut über so viel Homophobie, Dummheit und Ignoranz ablassen soll sagt mir wieder keiner.

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