Archive for April, 2009

Allein zuhaus

Mittwoch, April 8th, 2009

Der Mitbewohner hat Geburtstag, alle gehen feiern. Mit ihm die eine Rotblonde mit den schönen Locken und dem Lady Marmelade-Hemd und der verdammt gut sitzenden Levi’s-Jeans, die irgendwo im Süden einen falschen Freund hat, hier einen richtigen aber unbekannten Freund hat, auf die der Mitbewohner schon irgendwie steht und die jeden aus dem Freundeskreis verstößt, der sich mir ihr über das verworrene Beziehungsverhältnis unterhalten will. Was ich eigentlich nur schreibe, weil es sich beschissen anfühlt, wenn neun Leute aus dem Wohnzimmer abziehen um sich am Kanal zu betrunken, wenn man alleine zuhause bleiben muss.

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Habe aufgehört, mich morgens jeden Tag zu rasieren. Für die unausstehlichen Kolleginnen lohnt es sich sowieso nicht und der Duft ist bei meiner teils schweißtreibenen Arbeit eh bereits nach zwei, drei Stunden verloren. Fühle mich trotzdem so, als wäre auch eine praktische Frisur nicht mehr weit entfernt.

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Der erste Augenflirt des Jahres. Ich werde sie sicher nie widersehen, trotzdem prickelte es enorm, beachtet zu werden.

Spaziergang

Montag, April 6th, 2009

“Lass uns spazieren gehen!” sagt der Mitbewohner und wenig später sind wir uns bereits einig, dass wir die Die Fetten Jahre sind vorbei-Tour fahren werden: Wein mit Screwtop aus der Flasche und dann Rooftop irgendwo in Berlin. Noch schnell bei Nil am Schlesischen Tor vorbei, Halloumi zur Wegstärkung und dann vom Görlitzer Bahnhof aus über die Warschauer Straße zum Ostkreuz gelaufen – solche langen Strecken schaffe ich sonst in drei Wochen nicht.

Zwischen Warschauer und Kreuzberg setzen wir uns an einer gut bekannten Brücke auf eine Art Vorsprung vor einer Plakatwand, im Hintergrund Hedonisten nahe des Rewe-Martks mit guter elektronischer Musik. Fast stundenlang erzählen wir uns Frauengeschichten, sind besoffen und brutal ehrlich zueinander. Er erzählt mir alles, was in seiner alten Heimatstadt mit L. gegangen ist, was er sich heute bei V. ausmalt, ich ihm die ganze, viele Jahre andauernde, aber nie zielführende Geschichte um S.. Dass ich noch nie Sex hatte erwähnte ich nicht, als mir die Frauengeschichten ausgingen muss es ihm aber klar geworden sein. Irgendwann ist mein Wein leer, wir ziehen weiter.

Ostkreuz bis Sonnenalle in der S-Bahn, dann bis Neukölln weiter zu Fuß. Ich lasse meine zweite Weinflasche fallen, Alkohol macht mich kraft- und willenlos. Zwischendurch riesige Mengen an Typen die uns doof anmachen, mit denen man sich dann wieder verbrüdert, über die man sich ärgert, denen der Mitbewohner Zigaretten ausgibt. Die Diskussion, ob es sich lohnen würde, eine Waffe dabei zu haben. Mein alkoholgetränkter Versuch, ihm klarzumachen, dass Waffen sinnlos sind.

Zurück in Kreuzberg springe ich gegen jede Haustür, um irgendwo aufs Dach zu kommen. Schnell haben wir Glück und legen uns in der Sommernacht ein wenig hin – wenn mein Bier nicht leer gewesen wäre hätte der Mitbewohner durchaus dort oben schlafen können. Bei mir überwiegt die Angst, herunter zu fallen. Die letzten Meter vor der Heimat springe ich aus Leichtsinn gegen jede Haustür, nur um dann von Zivilbullen in einem grauen Astra angehalten zu werden. “Lasst die Scheiße, Jungs!” Ja, ja. Nein.

Kreuzberg rooftop

Am nächsten Morgen liege ich noch eine Stunde im Bett, denke an schöne Frauen, will aufstehen und bekomme einen Schock. Ich weiß nichts mehr, nur noch, dass ich S. anrufen wollte, um ihr am Abend darauf meine Liebe erneut zu gestehen. (Habe ich natürlich nicht getan. Ideen die einem in betrunkenem Zustand kommen sind nie die besten, meistens aber die schönsten.)

Lotterleben

Sonntag, April 5th, 2009

Der Mitbewohner benimmt sich wie ein Zwölfjähriger: Kann mittelmäßig gut kochen, aber währenddessen absolut keine Ordnung halten, schmeißt Müll hinter sich anstatt ihn gleich wegzuwerfen und sitzt mehr Gran Tourismo-spielend rum als das er Jura studiert, wobei er eigentlich nur Jura studiert, weil ihm nichts anderes einfällt.

Ich weiß nicht, was mich mehr stört: Dass jemand so viel Geld hat um zu machen was er möchte, aber nichts macht was ihn voranbringt oder dass ich genau das nicht kann. Dass ich 6:30 aufstehe, 8 Stunden arbeite, abends kaputt bin und er 12 Uhr aufwacht, zur Uni geht (oder nicht) und bis 1 Uhr Nachts mit Freunden abhängt.

62

Sonntag, April 5th, 2009

Grazie

59

Sonntag, April 5th, 2009

Locken

55

Sonntag, April 5th, 2009

K O

Schock

Samstag, April 4th, 2009

Neben meiner eigenen Kotze aufzuwachen ist nicht das, was ich vom Leben erwartet hatte.

Arm

Freitag, April 3rd, 2009

“I dont want to be a forty year old virgin.” “You won’t.” (Californication)

Mit Zwanzig fange ich an darüber nachzudenken, was später kommt. Zwanzig Jahre kein Sex und keine Frau in Sicht, mit der in naher Zukunft mehr als Sex klappen könnte. Da ist zum einen das Bedürfnis nach harter Schmutzigkeit, das Bedürfnis später noch als dreißigjähriger geiler Bock (wie Hank Moody) die ebenso alten Frauen aufzureißen und Sex zu haben wo man nur kann und das andere, sanftere Bedürfnis nach Liebe, neben jemandem aufzuwachen, jemanden zu spüren, ect., pp.

Und dann: Keine Frau in Sicht, mit der das klappen könnte. Kein Kanal in Sicht, auf dem man eine Frau kennen lernen könnte. Die Erzieherausbildung muss endlich Erfolg bringen, sonst ist langfristig Liebe für Geld wohl die einzige Perspektive.

Arm und Hoffnungslos. What shall i do next? Pray?

Vom Topf und von Deckeln

Mittwoch, April 1st, 2009

“Gekauft wird, was gelesen wird.”

Warum sitzt du auf einem Podium? Warum erzählst du mir, dass sowohl dieses als auch jenes passieren kann? Ich weiß das, ich höre es täglich, wenn ich jemanden frage, warum ich noch keine Freundin habe. “Weil du noch keine gefunden hast.” Fantastisch! Die Lösung ist nahe, so nahe wie südafrikanische Flüchtlinge Europa sind.

Jeder Topf hat einen passenden Deckel und wer Feuer machen kann wird es auch tun, wenn ein anderer ein Schwein mitbringt schmeckts vielleicht. Das bringt mir noch keine Freundin, dir noch keine Auflage und dem Publikum keine Erleichtung. Und wenn du eine Lösung oder wenigstens eine Idee hast: Ich bin der, der rumsteht, sucht und solange die Klappe hält.

Punkt Zwölf

Mittwoch, April 1st, 2009

Um Punkt 12 fallen meine Mitbewohner und ich aus dem Bett. Wir treffen uns im Wohnzimmer, alle in gestreiften Boxershorts und ohne Shirt, erzählen uns die Geschichten der gestrigen Party, an die sich der jeweils andere nicht erinnern kann. Bestimmt zwei Stunde sitzen wir da, bis wir so langsam klarkommen, Pizza bestellt haben und bereit sind, aufzuräumen.

Kein Glas zerbrochen, nichts böses passiert und S. ist extra zur Party gekommen, obwohl sie keinen kennt und mehr als eine Stunde fahren musste. Hätten wir uns nicht 3 Stunden lang über proReli unterhalten (Sie war dagegen, ich auch, aber irgendwie versuchte sie mir klarzumachen, dass man nicht so intolerant gegenüber Religionen seien darf. Hätten wir nicht gemeinsam einen Schlussstrich gezogen: Ich hätte bis zum Erbrechen diskutiert.) würde ich sagen: Sie ist die Frau meiner Träume. So hilft es nur, sich die Albträumen schön zu reden.

Gute Nächte und Nächte voller falscher Hoffnungen. Lieber wärs mir anders herum.