Choreografie
Noch in der S-Bahn kommt eine Mail von S. an, ohne Betreff, ohne Unterschrift.
“Ist das jetzt ein Spiel, wer sich zuerst meldet hat verloren?”
Seit unserer WG-Einweihungsparty haben wir nicht mehr miteinander gesprochen. Davor sagte sie einen Kinobesuch kurzfristig ohne Grund ab, danach war ich mehrere Wochen zu beschäftigt für ein Treffen. Klar dachte ich an sie. Aber eher, weil ich vermutete, sie mit meinem besoffenen Gequatsche vergrault zu haben.
Und jetzt so eine Nachricht. Was treibt diese Frau dazu, den Kontakt zu jemandem zu halten, von dem sie ganz sicher weiß, dass er auf sie steht?
Mir bleiben zwei Möglichkeiten: So weiter machen wie bisher, sporadische Treffen und nettes Gerede, oder der Showdown, die offenen Karten. Du, meine Traumfrau, oder getrennte Wege. Das eine ist keine Lösung, das andere erfordert Mumm.
Mai 13th, 2009 at 11:58
keine spielchen spielen, kein schauspiel veranstalten. wenn du denkst, sie könnte deine traumfrau sein, dann sei ehrlich und schreib ihr genau dieses blogposting.
Mai 13th, 2009 at 12:06
Sehe ich auch so wie Coolcat. Ist auch ohne Spielchen immer kompliziert genug. Wenn sie an dir interessiert ist, ist sie das auch so.
Mai 13th, 2009 at 12:26
spielchen nützen da nicht viel. über den eigenen schatten springen erfordert viel kraft, ist aber meist die bessere entscheidung, dass zu machen, was einem die innere stimme sagt.
ich hab gestern meinem job gesagt, dass er nicht mehr mein traumjob ist. dafür hab ich zwei jahre gebraucht, um mich dazu durchzuringen. das passiert, wenn man der inneren stimme nicht folgt.
Mai 13th, 2009 at 16:26
Nun, nachdem ich jahrelang nichtfunktionierende Spielchen gespielt habe, dem Unausgesprochenenen und Verborgenen gehuldigt, denke ich, ich kann aus Erfahrung sprechen: es bringt nichts. Nichts. Rein gar nichts. Die Sorge vor dem reinen Tisch ist allein die Sorge, man könne sich einer Illusion berauben und damit den Zustand zerstören, der offenbar genau dieser Illusion bedarf, denn wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, gibt es nur noch ja oder nein. Das ist hart. Ein “vielleicht”, so glaubt man, ist besser erträglich, denn man macht daraus zu gerne ein “vielleicht ja doch”. Im Falle des nein bleibt selbst das nicht mehr, dieser Wahrheit muß man sich stellen. Doch auch hierin läge eine Chance, die Segel neu zu setzen und den Kurs selbst neu zu bestimmen, statt lauernd vor dem “vielleicht” zu ankern.
Leicht gesagt, aber schwer umgesetzt. Hat vielleicht auch mit dem Erwachsenwerden zu tun.
Ich wünsche Ihnen Mut!