24h

Gefangen in der Realität: Die Pilze und der Ruccola waren schon im Risottomatsch, als mein Mitbewohner meinte, ich könne L. doch einladen. Zwei mal überlegt und gewartet, schon stand das Essen auf dem Tisch und die Frage erübrigte sich. Am Freitag soll es noch ein letztes mal Spargelrisotto geben, ich werde L. einladen.

(Das Problem: Sie kennt zu viele Leute. Ist offen, trifft sich mit jedem, hat viele Freunde. Da bin ich sicher nur einer unter vielen. Und wenn nicht: Ich würde es ja doch nicht merken.)

Später gingen wir in den Club, von dem der Mitbewohner seit einem halben Jahr schwärmt, der dieses Wochenende nun aber endgültig zu macht. Die Hemmschwelle sinkt, wenn da niemand ist, der mich an der Tür begutachtet, mein Aussehen als zu freakig/fett/picklig klassifiziert und mich wieder nach Hause schickt. Das, was alle immer gemacht haben. Dem man dann automatisch aus dem Weg geht, um der Enttäuschung vorzubeugen und sich irgendwann mit diesem kranken Automatismus selbst ins Knie schießt, wenn es wirklich wichtig ist.

Anyway, ein Uhr. Die Beats sind gut. Ich tanze. Hell, seit ich vor ein paar Jahren im FritzClub mit S. zu mittelmäßigem Elektro schrecklich rumgezappelt habe hatte ich ein Clubtrauma und jetzt tanze ich zum ersten mal. Aufrichtig, ehrlich. Gut, mit den zwei Frauen, die mich seitlich antanzten konnte ich nicht umgehen, ein konstanter Blick zum DJ und ein wenig Aushaltevermögen taten ihr übriges.

Aufhören, jemand werden zu wollen. Anfangen, jemand zu sein.

Jeder Tag ein Schritt. Irgendwann komme ich bei dir an.

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