Fäden ziehen

Ich hatte Z. nur eingeladen, um meine letzte Chance zu nutzen. Nicht, dass ich sie sonderlich attraktiv finden würde. Nicht, dass sie mir sonderlich sympatisch wäre. Ich hatte ihr die Geschichte mit meiner Jungfräulichkeit vor ein paar Monaten im Weinrausch erzählt und wäre ich damals auch nur etwas cleverer und weniger sturzbetrunken gewesen hätte sich das Problem noch in der selben Nacht von selbst gelöst.

Es war klar, worauf unser Treffen hinauslaufen sollte: Schnellstmöglich betrunken werden. Der Mitbewohner schlug ein Trinkspiel vor, das wir nach drei Runden abbrachen, weil Z. und ich die vier Gin Tonic einfach weggesteckt hatten, er aber schon betrunken mit seiner angelachten Fickbeziehung rumknutschte und sich mit ihr in sein Zimmer verziehen wollte.

Dann waren Z. und ich allein. Sie spielte mir Kings of Leon vor, ich war froh, dass ich nicht mit zum Konzert gekommen war und nickte fleißig. Nach einem Blick in ihr Gesicht wusste ich, dass das zurecht nichts wird und entspannte mich. Als wir hörten, wie die Fickbeziehung aufstöhnte, machten wir uns auf den Weg zur Spree.

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