Distanz
Den Abend nur auf Englisch zu meistern war wirklich anstrengend. Zum Glück haben wir die Gruppe der nuschelnden native speaker schnell hinter uns gelassen und sind zu einem Drum’n'Base-Club am Ostkreuz. Der Mitbewohner war schon da und zusammen mit dem Biernachschub konnte ich das Gespräch wieder ein wenig anheizen.
Nicht über das offensichtliche zu sprechen (Australien, Visa für – und Erlebnisse in Deutschland) fällt umso schwerer. Sich dabei wie in Dating für Dummies zu fühlen macht die Sache auch nicht einfacher: Jede Bewegung ihrerseits wird haarscharf und volltrunken von mir beobachtet. Als die französischen Gäste des Mitbewohners los wollen kommen wir mit und versuchen morgens um 5 noch eine offene Kneipe in Kreuzberg zu finden. In der Junction Bar wehren sie uns gleich am Eingang ab, auf der übertrieben lauten Hausparty gibt es kein Bier mehr. Also essen wir bei Curry 36 am Mehringdamm und sie deutet an, so langsam nach Hause zu wollen.
Der Eingang der U6 ist nur wenige Meter vom Imbiss entfernt. Ich musste es ihr anbieten, stattdessen hätte ich auch fragen können, ob sie zu uns mitkommt. Vielleicht wäre das auch zu früh gewesen, ich hatte schließlich schon den ganzen Abend lang Probleme, körperliche Nähe zu ihr herzustellen und wüsste auch nicht, wo ich anfangen sollte. Dating für Dummies, um die fehlenden 15cm zwischen ihren Lippen und meinen zu überwinden.