Archive for Juli, 2009

Und in Wuppertal regnets.

Montag, Juli 20th, 2009

S. hat ihr Studium der Kulturwissenschaften geschmissen und sich eine neue Frisur machen lassen. Aus wild wuchernden, dunkelblonden Locken ist nun ein atomblonder, aufgeplusterter Topfschnitt geworden. Vielleicht sollte ich froh sein, dass sie mir eine Absage erteilt hat.

Lasse die London-Reise sausen um eine Security-Unterweisung vom Zivildienstamt bezahlt zu bekommen. Mit 350€ Einsatz gibt es dann einen ziemlich sicheren Nebenjob als Kartenabreißer mit Aufstiegschancen zum Rumsteher. Außerdem darf ich dann endlich mal entscheiden, wer reinkommt und wer draußen bleibt.

Die Mitbewohner sind das nächste Wochenende und darüber hinaus verreist. Ich werde die Australierin einladen.

Distanz

Sonntag, Juli 19th, 2009

Den Abend nur auf Englisch zu meistern war wirklich anstrengend. Zum Glück haben wir die Gruppe der nuschelnden native speaker schnell hinter uns gelassen und sind zu einem Drum’n'Base-Club am Ostkreuz. Der Mitbewohner war schon da und zusammen mit dem Biernachschub konnte ich das Gespräch wieder ein wenig anheizen.

Nicht über das offensichtliche zu sprechen (Australien, Visa für – und Erlebnisse in Deutschland) fällt umso schwerer. Sich dabei wie in Dating für Dummies zu fühlen macht die Sache auch nicht einfacher: Jede Bewegung ihrerseits wird haarscharf und volltrunken von mir beobachtet. Als die französischen Gäste des Mitbewohners los wollen kommen wir mit und versuchen morgens um 5 noch eine offene Kneipe in Kreuzberg zu finden. In der Junction Bar wehren sie uns gleich am Eingang ab, auf der übertrieben lauten Hausparty gibt es kein Bier mehr. Also essen wir bei Curry 36 am Mehringdamm und sie deutet an, so langsam nach Hause zu wollen.

Der Eingang der U6 ist nur wenige Meter vom Imbiss entfernt. Ich musste es ihr anbieten, stattdessen hätte ich auch fragen können, ob sie zu uns mitkommt. Vielleicht wäre das auch zu früh gewesen, ich hatte schließlich schon den ganzen Abend lang Probleme, körperliche Nähe zu ihr herzustellen und wüsste auch nicht, wo ich anfangen sollte. Dating für Dummies, um die fehlenden 15cm zwischen ihren Lippen und meinen zu überwinden.

Kurzfilm

Freitag, Juli 17th, 2009

Sechs Weingläser in unter einer Stunde und dann eine SMS von ihr, sie sitzt nicht weit entfernt in einem Park. Die Zeit rennt, der Mitbewohner trödelt und der Mann vom Imbiss ist zum Scherzen aufgelegt, ich möchte ihm vor Aufregung auf die Schuhe kotzen.

Dort angekommen vergeht die Zeit schneller als mir (und hoffentlich auch ihr) lieb ist: Wir reden ein wenig, sie hat Freunde aus London dabei, ich den Mitbewohner und eine Freundin seinerseits, die schon mal in Australien war. Vom polnischen Kurzfilm vor uns verstehen wir alle kein Wort.

280

Mittwoch, Juli 15th, 2009

Tempelhof

Australia

Dienstag, Juli 14th, 2009

Sie hat mich angeschrieben. Nur ein paar Minuten, nachdem sie sich auf der Website angemeldet hatte. Seitdem geht es täglich hin und her, auf englisch zwar, jedoch nie mühsam, immer unterhaltsam. Sie ist in den letzten Jahren zwischen Ungarn und Deutschland von Couch und Couch gesurft und kommt aus Australien, ich bin verklemmt in der besten Stadt der Welt.

Am Freitag haben wir uns getroffen. Hätten uns treffen sollen, haben uns vielleicht getroffen. Ich war viel zu aufgeregt, die Bar viel zu voll und gerade als ich meinte, sie im Augenwinkel gesehen zu haben, bin ich aufgestanden und geflüchtet. Es ist das selbe Spiel. Nur drehe ich morgen den Spieß um, denn nach meiner Entschuldigung werden wir uns ein zweites mal treffen. Zwei Bier zum Preis von einem.

Ohrfeigenbaum

Dienstag, Juli 14th, 2009

Die Frau der Jugendbekanntschaft, mit der meine Mutter seit einiger Zeit schreibt, hat das Mail-Postfach ihres Mannes “aufgeräumt” und meiner Mutter eine saftige schriftliche Ohrfeige verpasst.

Sie seufzte am Telefon, ich schüttelte nur den Kopf. Das kann sie zum Glück nicht sehen.

Berlin

Montag, Juli 13th, 2009

Handcuffs

U1

Baustelle

Without you i’m nothing

Samstag, Juli 11th, 2009

Drei mal gehe ich zwischen dem Spätkauf und der Wohnung hin und her, jedes mal fest davon überzeugt, mir entweder einen Liter Bier oder einen Liter Wein schnell den Hals hinunter zu schütten. Ich entscheide mich für das Weinregal und nehme einen Cabernet Sauvignon. Er ist zu sanft.

Fäden ziehen

Samstag, Juli 11th, 2009

Ich hatte Z. nur eingeladen, um meine letzte Chance zu nutzen. Nicht, dass ich sie sonderlich attraktiv finden würde. Nicht, dass sie mir sonderlich sympatisch wäre. Ich hatte ihr die Geschichte mit meiner Jungfräulichkeit vor ein paar Monaten im Weinrausch erzählt und wäre ich damals auch nur etwas cleverer und weniger sturzbetrunken gewesen hätte sich das Problem noch in der selben Nacht von selbst gelöst.

Es war klar, worauf unser Treffen hinauslaufen sollte: Schnellstmöglich betrunken werden. Der Mitbewohner schlug ein Trinkspiel vor, das wir nach drei Runden abbrachen, weil Z. und ich die vier Gin Tonic einfach weggesteckt hatten, er aber schon betrunken mit seiner angelachten Fickbeziehung rumknutschte und sich mit ihr in sein Zimmer verziehen wollte.

Dann waren Z. und ich allein. Sie spielte mir Kings of Leon vor, ich war froh, dass ich nicht mit zum Konzert gekommen war und nickte fleißig. Nach einem Blick in ihr Gesicht wusste ich, dass das zurecht nichts wird und entspannte mich. Als wir hörten, wie die Fickbeziehung aufstöhnte, machten wir uns auf den Weg zur Spree.

Tour

Mittwoch, Juli 8th, 2009


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