Archive for August, 2009

Achtunddreißig

Sonntag, August 30th, 2009

“Schau dir S. an. Die kann jeden Typen haben. Stattdessen hat sie mich genommen.” “Welche Hosengröße hast du?” “33, aber…” “Siehst du, ich habe 38. Und deshalb hast du mit S. rumgemacht und ich nicht.” “Du hast einfach den Punkt auf einer Party noch nicht bemerkt, an dem sowieso nur noch jeder mit jedem rummachen möchte. An deinem Aussehen scheitert es jedenfalls nicht.”

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Aufgeregt kommt der Mitbewohner von dem anderen Dancefloor wieder. “Ich habe die hübscheste Rothaarige jemals gesehen. Das beste: Ich kenne sie sogar über eine Freundin.” Zwei Stunden später hat mir L. den Kopf verdreht, ohne mich auch nur angeschaut zu haben. Der Mitbewohner besorgt ihre Nummer und ich weiß gleich, dass es zu schön ist, um wahr zu sein. 38, meine Behinderung.

Ein Hilferuf

Samstag, August 29th, 2009

Mein BAföG-Antrag wurde abgelehnt. Da ich weder zu meinen Eltern ziehen möchte noch die Erzieherausbildung schmeißen werde hoffe ich erneut auf jemanden, der mir einen Weg aus der Krise zeigen kann.

Sollte jemand von euch von einem lukrativen Nebenjob (im Bereich Berlin) gehört haben, etwas über Stipendien in diesem Bereich wissen oder einen Staatstopf kennen, den ich noch ausschöpfen kann, so würde ich mich sehr über eine Mail freuen.

Gerade weiß ich nicht weiter. Da hat es sich bewährt, auch mal andere zu fragen. Vielen Dank.

Zur Sicherheit

Mittwoch, August 26th, 2009

Vier Stunden auf Hochtouren. Endlich wieder Arbeit, die mich fordert, bei der die Chance besteht, dass mein Fehler direkte Auswirkungen hat. Eine abstrakte Chance, die mich trotzdem fordert. Zwischendurch kaum die Möglichkeit, einen Schluck Wasser zu trinken. Ich mag das, es gibt mir nach langer Zeit wieder das Gefühl, gebraucht zu werden.

Nach den schweißtreibenden Stunden werde ich “reduziert”. Der Regen beginnt, ob ich durch die Absperrungen noch einmal zum Konzert komme interessiert mich nicht. Ich will eiskaltes Bier und ein Bett, grundsätzliche Bedürfnisse.

Blümchensex

Montag, August 24th, 2009

Manchmal biss ich in ihre Lippen. Zog sie zu mir, ließ sie nur zögerlich zurückspringen. Sie mochte es, meine Zunge hinter ihren Ohren zu spüren, ich war erstaunt, was Nippel für Reaktionen hervorrufen können.

Abends trafen wir uns zum ersten mal seit fünf Tagen wieder. Mir lag nichts anderes als der Gedanke an Sex im Kopf, sie fühlte sich heute nicht wirklich sexual. Wir redeten, spazierten, ich nahm mir Zeit. In den Rehbergen lagen wir dicht aufeinander, knutschten. Immer, wenn ich aufhören wollte, konnte sie nicht genug bekommen. Sex doesn’t sound so gross to me anymore sagte sie und ich schlug vor, das Ganze wieder in ihre Wohnung zu verlegen. Only, if you bite my nipples hard this time sagt sie und konnte danach absolut nicht verstehen, warum ich so grinsen musste. Es war Vorfreude.

Abrechnung

Montag, August 24th, 2009

Hundert Euro fehlten noch in der Kasse, die ich mir genommen hatte, weil meine Chefin die letzte Gehaltszahlung nicht rechtzeitig ausrechnete und losschickte. Den ganzen Urlaub lang wollte ich vorbeigehen und das Geld zurücklegen, heute Nacht fiel es mir wieder ein. Zum Glück gibt es den Mitbewohner, Sparkassen und Fahrräder, so wurde eine nette Tour bei Nacht daraus.

Vor der Tür der letzte Blick zurück: Morgen früh um 8 Uhr werde ich anrufen und mich krank melden. Meinen Schlüssel und die Hausschuhe am Wochenende abholen, hoffentlich nie wieder jemandem aus der Kita begegnen. Neun Monate können die Hölle sein, die nächsten drei Jahre sollen das Paradies werden.

Black and white

Mittwoch, August 19th, 2009

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Fassadenrenovierung

Dienstag, August 18th, 2009

Zwei Wochen Urlaub. In der WG ist der Exzess mit momentan neun Gästen schnell erreicht, für den eigenen Ausnahmezustand braucht es einiges an Vorlaufzeit. Kein Tag vergeht ohne Bier, wenige vergehen ohne eine Besuch im Club der Visionäre.

Dort redet das eine Mädel mit ein paar Italienern, die andere sitzt am Steg und knutscht mit einem dahergelaufenen Engländer rum. Wir Jungs schauen uns an und es herrscht Einigkeit, dass wir viel zu schüchtern wären, um so direkt wie die Mädels auf das andere Geschlecht zuzugehen.

Der Mitbewohner kommt auf mich zu und behauptet, ich wäre deutlich cooler geworden. Es wird über Hedonismus geredet, ohne, dass ich daran teilnehme. Dieser Sommer stinkt nach den Stereo MC’s. Dieser Sommer verlangt nach meiner Fassadenrenovierung, doch das Baugerüst ist gerade erst aufgestellt.

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Naiv

Samstag, August 15th, 2009

So eine verplante, unselbstständige Person. Leihst du ihr Werkzeug, verbummelt sie es und bricht panisch in Tränen aus, wenn sie es Monate später sucht und nicht findet. Will sie umziehen, lädt sie all ihre Freunde ein und räumt vorher nicht einmal ein paar Kleinteile zusammen.

Ich erzähle ihr auf der Party, dass die BAföG-Behörde natürlich turnusmäßig ihre Daten mit denen des Finanzamts abgleicht. Sie hat ihre Nebenverdienste jedoch noch nie angezeigt und verdient in den Sommermonaten oftmals wesentlich mehr als 400€. Ich sage, dass sie sich ihre Freisumme erhöhen lassen kann, wenn sie Schulgeld bezahlt. Sie sagt, dass es doch egal ist, ob sie dann am Ende noch mehr zurückzahlen muss oder nicht, weil sie finanziell dazu sowieso lange Zeit nicht in der Lage sein wird. Ich sage, dass Rückzahlungen von falsch berechneten BAföG-Beträgen sich sicher nicht nach ihrer Einkommenssituation richten und sofort oder zumindest in heftigen Raten zu buche schlagen werden. Sie fängt fast an zu weinen und kann sich gerade noch an ihrem Bier festhalten.

Beim Trinkspiel sitzt sie schon in der Ecke und versucht noch, mit einem der Jungs aus Nordrhein-Westfalen in Kontakt zu kommen. Als er auf dem Klo ist macht sie auf dem Computer ihr aktuelles Lieblingslied an, Mando Diao – Dance with somebody. Er kümmert sich nach seiner Rückkehr wenig darum und legt sofort aus Spaß die Vengaboys auf.

Als wir um zwei Uhr losgehen liegt sie bereits im Bett ihrer Freundin und schläft. Wie können hysterische Menschen nur so hoffnungslos, wie können naive nur so hilflos sein?

Texas

Freitag, August 14th, 2009

Such a shame you have to go do security course today. I have just got home from awesome night but now want to chill and i would have been perfect if you were here too. We could have lazed about in my sunny room and drank cocktails and laughed big hearty laughs like the frozen images of people in magazines. Perhaps I would smoke a pipe and then we could have ice cream and laugh some more. People would look at our silhouettes as we casually strolled past them with merriment, our happy-go-lucky attitudes spreading quicker then the fizz in a freshly opened bottle of coca-cola.

In the future when I am older then I am now I would look back on today with a heart warming fondness. The memories of youth still as vivid as when they were first created on our happy day together. When the nights are cold I could turn to the comfort of the big chest at the top of my staircase where I keep a now faded pair of lemon yellow shorts, the very ones I wore on this glorious day.

You of course are older too. Residing on a small ranch in Texas you are often too busy to dwell in the past while providing for your lovely wife and your three wholesome but sometimes unruly children. Life is hard on the ranch. It is rare you find your own time to reflect but when the dusty earth rises from the cattle’s hooves and catches the sunlight you find your mind wandering back to this day, the dust reminiscent of the earth that rose from the pebbles we were kicking into the lake, half heartedly competing with each other to see who could make the greatest distance.

Good morning.

Zerrissene Umarmungen

Donnerstag, August 13th, 2009

Mit der silbernen Perücke sieht sie umwerfend aus. Erinnert mich an S., als ihr Locken noch wild herunterhingen. S. hat mehrere Narben im Gesicht, das macht sie nahbarer, liebenswerter. Penélope Cruz Brüste werden die einzigen ähnlich ihrer sein, die ich jemals während der Atmung nackt auf- und absteigen sehe. Ein wunderschönes Gefühl, dazusitzen, und eine fantastische Frau nackt vor sich zu beobachten. Die Australierin kann meinem Blick nie standhalten, muss immer kichern, weggucken. Vielleicht hat sie eine Ahnung, was er bedeutet.