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Donnerstag, August 13th, 2009In der Wetterübersicht auf meinem Telefon sind vier Orte eingespeichert: Berlin, Wuppertal, Palermo und Newport Beach.
In der Wetterübersicht auf meinem Telefon sind vier Orte eingespeichert: Berlin, Wuppertal, Palermo und Newport Beach.
Ihr Lachen, lang anhaltend, verbunden mit dem erwartungsvollen Blick. Das ist die Zeit, die sie mir gibt, nach der etwas passieren müsste. Ein Gespräch, wenigstens eine Frage, die nicht schon zehn andere vor mir gestellt haben. Ich mag sie, weiß aber längst, dass ich nicht mithalten kann, der Einsatz ist zu hoch. Sie setzt sich weg.
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Die Australierin schreibt mir immer mehr Mails, Treffen werden seltener. Gestern fragt sie mich, ob ihr meine Mitbewohner ihre externe Festplatte geben können, die in unserer Küche liegt. Ich glaube, auch sie hat schon die Hoffnung aufgegeben, dass dies eine normale Beziehung werden könnte.
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Vor Jahren bin ich öfter zu Bloggertreffen gegangen. Ich bin dort hingefahren, zwei mal draußen vorbeigelaufen und habe mich wieder in den Zug nach Hause gesetzt.


Jedes mal, wenn mir ein Kondom reißt, passieren danach innerhalb von 24 Stunden unglaubliche Dinge.
Beim letzten mal erzählte mir die Frau, auf die ich schon immer stehe, dass sie nichts von Sex hält, meine Geldbörse und mein neues Telefon werden geklaut, weil ich in der U-Bahn einschlafe und das Krankenhaus will 100€ von uns für die Pille danach.
Gestern habe ich drei Cocktails getrunken, während die anderen nur zwei tranken, bei der Australierin schon das zweite Bier geleert, als sie noch nicht mal ihr erstes offen hatte und bin trotz dem Mitbewohner, der nicht müde wurde Mach die Nacht durch! zu rufen um 3 Uhr ins Bett gegangen. Meinen letzten Arbeitstag habe ich daraufhin erfolgreich gegen drei Wecker und ein Telefon verteidigt und bis 12 Uhr geschlafen.
Mit leichter Bierfahne verabschiede ich die Lieblingskollegin und mache die Kita zu. Saubermachen kann ich auch später, den Rausch ausschlafen muss ich jetzt.
Der Termin beim Arzt ist schon reserviert. Am Montag konvertiere ich.
In meiner letzten Woche im Kinderladen sind die Lieblingskollegin und ich allein mit wenig Kindern. Wir sagen uns, was für voneinander denken, was wir von den anderen Kolleginnen halten und rätseln, wo der jeweils andere wohl landen wird.
Meine Chefin wird auch noch in zehn Jahren im Kinderladen arbeiten, auch, wenn sie immer wieder beteuert, hier nicht alt werden zu wollen. In offenen Markt würde eine dermaßen verplante Person mit dauernder Migräne sicher keinen dauerhaften Job bekommen. Die Süddeutsche wird spätestens wenn ihr Kind im Schulalter ist wieder in ihren Heimatort zurückreisen und Berlin endlich in Ruhe lassen. Und die Lieblingskollegin sagt, dass sie bald mit einem dritten Kind rechnet und ihr der ganze Mist bald egal sein kann.
Recht hat sie. Mir ist er bereits jetzt egal. In der letzten Augustwoche müsste ich noch einmal arbeiten, ich werde sicher Grippe-Symptome haben. Grippe-Symptome gehen gut, diese Saison.
Ich schließe nie die Augen, wenn wir uns küssen. Manchmal beobachte ich ihr Gesicht, ihre intensiven Bewegungen, meistens schaue ich an ihrem Kopf vorbei. Landschaft, Menschen, verschwommene Bewegungen.
Die ganze Nacht tanzen wir. Das Stattbad scheint ihr zu gefallen, mir gefällt es, unbeschwert mit ihr herumzualbern. So fühlt sich Freundschaft an.
Zwei Stunden vorher erzählt sie davon, dass sie überhaupt kein Interesse an sexuellen Handlungen hätte. Sich noch nie selbst befriedigt hat. Dass es das gibt, Asexualität, und das im Internet Foren voll davon sind. Ich erzähle ihr von dem geplatzten Kondom, der Krankenhaustour am Nachmittag und davon, dass das Problem weiterhin besteht. Erzähle ihr, dass ich zur Australierin gesagt habe, dass ich sie mag, wirklich mag, liebe. Sie sagt mir, dass das ein Fehler war.
Wir gehen tanzen. Sturzbetrunken nähere ich mich der schwarzgelockten Schönheit mit dem roten Top, nachdem wir uns schon die ganze Stunde davor mit den Augen verfolgt haben. Sie rückt kein Stück näher, erst zum Schluss kommt sie plötzlich an mich heran, vermutlich aus versehen. Ich tanze, was das Zeug hält, sie redet kurz mit ihrer Freundin und geht.
S. schüttelt den Kopf. Manchmal muss man Dinge auch fallen lassen können, sagt sie. Wir verabschieden uns. In der U-Bahn kann ich die Augen kaum noch offen halten. Lasse mich fallen.
“Ich kann dir nicht die Liebe geben, die du benötigst” sagt sie und ich merke wieder, wie gut ich lügen kann.