Archive for September, 2009

Anekdote

Samstag, September 26th, 2009

Eine lustige Anekdote nebenbei, um das Gespräch anzuheizen. Ja, damals, da hat sie mein Kind abgetrieben. Die Australierin, ja. Nein, das Kondom ist nicht wegen eines Bedienungsfehlers gebrochen. Willst du das eigentlich wirklich wissen? Ja, ja, krass, krass.

Es verkommt zur Freizeitgeschichte. Damals, weißt du noch? Von der Australierin habe ich seitdem nichts mehr gehört. Und wüsste auch nicht, was ich ihr sagen sollte.

Verbessern

Donnerstag, September 24th, 2009

Die Schulliteratur wird direkt vom Girokonto der Eltern abgebucht, ein Buch über BDSM mit inbegriffen. Der letzte Einzug des Schulgeld fand zum Glück direkt nach dem Geldeingang statt – zwei Tage später hätte es eine Rückbuchung und peinliche Momente mit der Schulleitung gegeben.

Seit zwei Wochen lebe ich nur von Babysittinggeldern und dem, was sich sonst noch irgendwie auftreiben lässt. Bei der Bundestagswahl gibt es als Wahlhelfer wieder 31€, das hilft mir über die nächste Woche. Die Miete müssen meine Eltern zahlen, nur traue ich mich nicht, auch bei den 200€ für Essen und Trinken bei ihnen nachzuhaken. Ich wäre nach all den Jahren gerne ein Sohn, der nur gute Nachrichten nach Hause bringt.

Die neue Securityfirma antwortet nicht auf meine Bewerbung. 1€ mehr pro Stunde holt die Miete auch nicht heraus, könnte aber helfen, um es am Wochenende auch mal in einen Club zu schaffen. Sspätestens am 30. September kommt meine Sparkassen-Beraterin aus dem Urlaub, wird meine Email zum Bildungskredit lesen und mir mitteilen, dass sie mir als Fachschüler leider nichts anbieten kann.

Pech im Spiel, Pech in der Liebe. Mir ist noch nicht klar, an welchem Ende ich die Brechstange ansetzten soll.

400

Sonntag, September 20th, 2009

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Bestnoten

Freitag, September 18th, 2009

Offen, intelligent, kooperativ, sympathisch, kontaktfreudig, aktiv, forsch, redselig(!).

Auf einer Skala von eins bis zehn gibt sie mir in allen positiven Disziplinen Bestnoten. Ich hätte mich nach den ersten drei Wochen als ruhig, zynisch, überheblich und rastlos bezeichnet, wobei mir wieder klar wird, auf welcher Augenhöhe ich anderen Menschen begegne. Lache ich mit ihnen, passiert es schnell, dass ich sie auslache, diskutieren wir, wird rasch eine Belehrung daraus.

Das war ein Dauerbrenner bei meinen Psychologenterminen. Er hat mir oft gesagt, dass ein einfaches Lächeln Wunder bewirken kann, versteinerte Minen nur Verunsicherung hervorrufen. Mit den heute gefallenen Adjektiven verstehe ich erstmals, was er mir sagen wollte.

Wie Badminton auf Koks

Freitag, September 11th, 2009

Ob ich mich daran noch erinnern werden kann, in fünf oder zehn Jahren? Bestimmt, man bekommt selten fast ein Baby. Man hat nur ein mal den ersten Sex. Und man betrinkt sich selten, nur um in Ruhe ein Buch lesen zu können, ohne das die Gedanken um die eigenen Probleme kreisen. Es wird der Sommer in der Bergmannstraße sein, später.

In alles, was ich in diesem Sommer gemacht habe, ist so viel Elan eingeflossen, dass es schiefgegangen ist, misslingen musste. Es hätte eine Beziehung werden können, es hätte dreckiger Sex sein können, es hätten nette drei Jahre Ausbildung werden können. Stattdessen klopfe ich an die Pforten von Privatbanken, um mir eine Ausbildungsfinanzierung zu erbetteln, mein Konto ist knietief im Dispo und trotzdem leer – zum Glück muss ich nicht auch noch nach einem Kinderkredit fragen.

Und dann…

Dienstag, September 8th, 2009

…kostet die Abtreibung auf ein mal 350€, ihre deutsch übersetzende Freundin reist Montag ab und ich werde mit einem australischen Kind aufwachsen. Auch gut.

Egoismus

Montag, September 7th, 2009

Morgen um diese Zeit werde ich die erste Frau dazu bewegt haben, ein Kind von mir abzutreiben. Nicht, dass ich sie gedrängt hätte. Ich habe ihr nur nie Möglichkeiten aufgezeigt, wie es vielleicht auch so gehen könnte. Sie hat mit ihren Eltern gesprochen, lange mit ihrer besten Freundin geredet und sich dafür entschieden.

Sie wird das sicher lange mit sich herumtragen. Ich könnte glücklicher nicht sein.

Kopf verdrehen

Samstag, September 5th, 2009

Du kommst zu spät. Die Plätze sind schon verteilt, alle Rollen bereits vergeben. Die coolen Typen haben sich schon neben eine der Frauen mit Hornbrille gesetzt, du nimmst kurz vor dem Lehrer neben der dicken Frau mit gefärbten Kontaktlinsen Platz. Du schaust dich um, du gibst dich zufrieden. Eine Stunde dauert 45 Minuten, danach werden die Karten neu gemischt.

Vielleicht ist das, was ich in Rothaarige hineininterpretiere das selbe, dass ich von Sex erwartet habe. Das kleine Stück innerer Erfühlung, der Fetisch, ohne den normale Leute auch glücklich werden. Es hilft nichts, du willst es trotzdem haben und deine Herzfrequenz zieht bereits an, wenn auch nur eine Frau dieser Art die Bahn betritt.

Fegefeuer

Samstag, September 5th, 2009

Vor der Hiobsbotschaft war sie schon mehrere Tage in Berlin. Das wusste ich, habe beschäftigt getan und nicht auf ihre Nachrichten geantwortet. Am Montag dann die erschreckende Nachricht, nach der ich innerhalb von einer halben Stunde bei ihr war. Kuscheln, reden, Sex und die Bitte, neben ihr einzuschlafen. Ich würde in diesen Momenten alles tun, um das Schicksal zu beeinflussen.

“Sehe ich dich jetzt wieder tagelang nicht?” fragt sie und ich schüttele vehement den Kopf. Das war am Dienstag.

Geduldsprobe

Donnerstag, September 3rd, 2009

Nach drei Tagen Kennenlernspielen, Einführungsveranstaltungen der (rothaarigen) Bibliothekarin und unendlich vielen Beteuerungen, dass wir nicht nur Schüler, sondern Studenten sind, dies keine Schule, sondern ein Campus ist möchte man einfach nur eins: endlich anfangen, ein Erzieher zu werden.