Zu spät kommen ist doof

Zu spät kommen ist doof

Kürbissuppe, davor Salat, hinterher einen Negerkuss samt angeregter Mohrenkopf-Debatte. Sie sitzt mir gegenüber, halb müde, halb schon auf der Party von ein paar neugewonnenen Architekten-Freunden. Wir essen, trinken, der lockernde Vorschlag nach Trinkspielen wird nur mäßig angenommen. Sie geht ins Bett. “Geh rein und weck sie!” sagt ihre Mitbewohnerin, ich zucke nur bedeutungsschwer mit den Schultern.

Eine Priestertochter. Das erste mal aufgefallen ist sie mir, als wir betrunken über Penisgrößen diskutierten und sie sich einmischte, sagte, das wäre doch nun wirklich nicht wichtig. Naives Verhalten erzeugt Eindruck. Sie hat im Freundeskreis nicht den besten Ruf, schwebt manchmal auf einer etwas anderen Wolke und, um die negativen Eigenschaften zu komplettieren, hat Architektenfreunde.

Wir sitzen da, ich weiß keinen Angriffspunkt außer erhöhtem Alkoholfluss, um das Gespräch anzuheizen, und sie geht ins Bett. Wir trinken weiter, reden, schauen uns Fotos vom G8-Gipfel mit der gefärbten Rothaarigen an, die eigentlich auf den Mitbewohner steht, der aber gerade seine dickbusige Drogenfreundin mitgebracht hat, bis es um zwei Uhr endlich in den Club geht. Sie hat ausgeschlafen, steht wieder auf, macht sich schick, nimmt die Rothaarige mit und geht mit ihr auf die Architektenparty.

Wir tanzen in der Villa. Hungrig, ohne die finanziellen Mittel um sich endgültig zu betrinken, gehe ich schnell wieder nach Hause. “Schade, dass sie nicht mitgekommen ist, hm?” sagt ihre andere Mitbewohnerin. Ich nicke, wüsste aber auch nicht, was ich mit ihr hier anfangen hätte sollen, im nüchternen Zustand.

Hey: Priestertochter. Da muss doch was gehen.

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