Archive for November, 2009

Bahnhofsklo

Sonntag, November 22nd, 2009

Nicht durch die Nase. Das wäre, als würde man sich mit all den immatrikulierten Nichtstudenten, den bis in die Afterhour feiernden Druffies auf eine Stufe stellen und mit ihnen um zehn Uhr morgens vor das Frankfurter Tor kotzen. Durch die Nase ziehen macht hemmungs- und anspruchslos, gibt dir den Partykick nicht mehr ohne Drogen, versaut nicht zuletzt den Sonntag mit Appetitlosigkeit und Draufsein. Alles Klischees, die mich trotz allem bisher vor schlimmerem bewahrt haben.

“Wir gehen auf die Toilette. Willst du mitkommen?” “Kann man das Zeug auch schlucken?” “Komm mit.”

In das Klo im Tacheles passen mit Mühe und Not fünf Leute, es stinkt erbärmlich, in Zigarettenpapier gewickeltes Pulver kann am Gaumen kleben bleiben und vorsichtige Dosierung bringt bei meinem Körpergewicht absolut nichts. Die zweite Portion wird im Club geschluckt und lässt mich bis Acht Uhr durchtanzen. Alkohol ist nebensächlich, das Ego riesengroß, die Musik einfach unglaublich angenehm. Das Brötchen auf dem Weg bleibt mir zwar im Halse stecken, trotzdem kann ich zuhause als einziger richtig einschlafen.

Hier fallen gerade sämtliche Hemmschwellen. Spätestens wenn F. wieder bei mir schläft werde ich ihr erst etwas von dem Zeug anbieten. Und dann fragen, ob da endlich mal etwas läuft.

Negativ

Donnerstag, November 12th, 2009

In den Pausen zwischen den Schulstunden machte ich mir Gedanken, wie es wohl wäre, HIV positiv zu sein. Vor dem Einschlafen, was ich noch machen wollen würde. Beim lernen, wie die Australierin reagieren würde (“Is HIV really such a big topic here in europe?”), was aus meiner beruflichen Zukunft werden würde, ob ich langsam und qualvoll sterben wollen würde.

Es wäre zu absurd gewesen, wenn ich mir nach diesem Desaster auch noch HIV eingefangen hätte. Doch die Angst frisst das Hirn auf, möglich wäre es ja, und meine Zurückhaltung in den letzten Wochen endete in den schlimmsten Stunden meines Lebens auf dem Gesundheitsamt Kreuzberg.

Das alles löst sich innerhalb von Sekunden auf, zum Glück. Danach kommt nur noch das Versprechen, es in den nächsten Wochen möglichst wild zu treiben. Ein letzter Versuch bei L., ein Party-Wochenende mit F., keine beruflichen Termine mehr am Wochenende. Rücksicht nehmen war gestern, ich will jetzt Spaß haben, die nächste Chance suchen, um mein Leben zu zerstören.

Bis du verheiratet bist…

Montag, November 2nd, 2009

Die Zeitspanne, bis dir wieder das Genick bricht. Der Moment, an dem es nicht mehr zusammenwächst. Die Abstände verringern sich, schlaflose Nächte folgen. Man überlegt sich Themen, die einen sofort ablenken und denkt trotzdem stundenlang darüber nach.

Diesen Donnerstag ist es wieder so weit, der Rat der Götter tritt zusammen und entscheidet über mein Leben. Cross yor fingers, mit Schicksal hat das eh nichts mehr zu tun.