Sei dreist.

Der Knutschfleck von L. war noch gut zu sehen. Sie hatte am Samstag angerufen, war in der Nähe spazieren und einkaufen und kam danach bei uns vorbei. Viele Sternburg, eine Privatparty und mehrere Stunden Bemühung meinerseits liegt ihr Kopf in meinem Schoß und sie sagt, sie möchte nach Hause. Ich frage sie, ob wir erst noch ein paar Bier holen sollen und dann hemmungslos rummachen oder ob wir gleich zu mir gehen. Wir laufen noch am Spätkauf vorbei.

Dienstag steht F. vor der Tür. Die Mitbewohner sind nicht da, sie wartet bereits seit zehn Minuten auf den nassen, kalten Stufen. Wir gehen herein, schauen Hitchcocks Vertigo, trinken die Flasche Weißwein leer, essen Zartbitterschokolade und legen uns schlafen. Geschlafen hat sie bereits öfter neben mir, diesmal hole ich keine zweite Decke, frage sie, ob sie kuscheln möchte, küsse sie, als sie aus dem Bad zurückkommt.

“Sei dreist” hat mein Mitbewohner immer zu mir gesagt, wenn ich angefangen habe rumzuheulen. L. ist eine der schönsten Frauen, die ich jemals getroffen habe. F. küsst mit so viel Zunge, dass ich sie gerne wieder aus dem Bett gestoßen hätte. Momentan ist er derjenige, der neidisch ist.

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