subversiv

Oktober 17th, 2009

und ehe man sich versieht, haben die kleinen scheißer vergessen, was banden sind, wie man subversiv ist (und warum man das sein sollte), wie man spürt ausge beutet zu werden bzw. (und) was mobbing bedeutet, und viel allge meiner noch, sie verlernen (bzw. lernen es erst gar nicht, vom leben), welche menschen so eine (also: diese) gesell schaft steuern und regu lieren und wieso das unge sund ist, für alle betei­ligten.

Argh! ist zurück.

Zu spät kommen ist doof

Oktober 11th, 2009

Zu spät kommen ist doof

Kürbissuppe, davor Salat, hinterher einen Negerkuss samt angeregter Mohrenkopf-Debatte. Sie sitzt mir gegenüber, halb müde, halb schon auf der Party von ein paar neugewonnenen Architekten-Freunden. Wir essen, trinken, der lockernde Vorschlag nach Trinkspielen wird nur mäßig angenommen. Sie geht ins Bett. “Geh rein und weck sie!” sagt ihre Mitbewohnerin, ich zucke nur bedeutungsschwer mit den Schultern.

Eine Priestertochter. Das erste mal aufgefallen ist sie mir, als wir betrunken über Penisgrößen diskutierten und sie sich einmischte, sagte, das wäre doch nun wirklich nicht wichtig. Naives Verhalten erzeugt Eindruck. Sie hat im Freundeskreis nicht den besten Ruf, schwebt manchmal auf einer etwas anderen Wolke und, um die negativen Eigenschaften zu komplettieren, hat Architektenfreunde.

Wir sitzen da, ich weiß keinen Angriffspunkt außer erhöhtem Alkoholfluss, um das Gespräch anzuheizen, und sie geht ins Bett. Wir trinken weiter, reden, schauen uns Fotos vom G8-Gipfel mit der gefärbten Rothaarigen an, die eigentlich auf den Mitbewohner steht, der aber gerade seine dickbusige Drogenfreundin mitgebracht hat, bis es um zwei Uhr endlich in den Club geht. Sie hat ausgeschlafen, steht wieder auf, macht sich schick, nimmt die Rothaarige mit und geht mit ihr auf die Architektenparty.

Wir tanzen in der Villa. Hungrig, ohne die finanziellen Mittel um sich endgültig zu betrinken, gehe ich schnell wieder nach Hause. “Schade, dass sie nicht mitgekommen ist, hm?” sagt ihre andere Mitbewohnerin. Ich nicke, wüsste aber auch nicht, was ich mit ihr hier anfangen hätte sollen, im nüchternen Zustand.

Hey: Priestertochter. Da muss doch was gehen.

Eins, zwo, drei, vier

Oktober 6th, 2009

Arbeiten, Essen, Schlafen. Ein mal die Woche ein paar Sneaker inklusive Hipsterfassade, die restlichen sechs Tage reicht es dann immer nur für unbequemen Lederschuhe und ein bereits nach wenigen Stunden verschwitztes Hemd. Robotterverhalten, das man an den Tag legt, nur um sich dann darüber aufzuregen, dass die anderen schlechtere Robotter sind als man selbst.

Ein wenig Restparanoia ist geblieben. Meine Finanzplanung geht nur über maximal zwei Tage, das Risiko sexuell ansteckbarer Krankheiten scheint mir nachdem ich Sex hatte so hoch, dass es sich lohnen würde, zumindest darüber nachzudenken, nie wieder Sex zu haben.

Im Schritt marschieren. Und besser nicht allzu plump aus dem Takt kommen.

Anekdote

September 26th, 2009

Eine lustige Anekdote nebenbei, um das Gespräch anzuheizen. Ja, damals, da hat sie mein Kind abgetrieben. Die Australierin, ja. Nein, das Kondom ist nicht wegen eines Bedienungsfehlers gebrochen. Willst du das eigentlich wirklich wissen? Ja, ja, krass, krass.

Es verkommt zur Freizeitgeschichte. Damals, weißt du noch? Von der Australierin habe ich seitdem nichts mehr gehört. Und wüsste auch nicht, was ich ihr sagen sollte.

Verbessern

September 24th, 2009

Die Schulliteratur wird direkt vom Girokonto der Eltern abgebucht, ein Buch über BDSM mit inbegriffen. Der letzte Einzug des Schulgeld fand zum Glück direkt nach dem Geldeingang statt – zwei Tage später hätte es eine Rückbuchung und peinliche Momente mit der Schulleitung gegeben.

Seit zwei Wochen lebe ich nur von Babysittinggeldern und dem, was sich sonst noch irgendwie auftreiben lässt. Bei der Bundestagswahl gibt es als Wahlhelfer wieder 31€, das hilft mir über die nächste Woche. Die Miete müssen meine Eltern zahlen, nur traue ich mich nicht, auch bei den 200€ für Essen und Trinken bei ihnen nachzuhaken. Ich wäre nach all den Jahren gerne ein Sohn, der nur gute Nachrichten nach Hause bringt.

Die neue Securityfirma antwortet nicht auf meine Bewerbung. 1€ mehr pro Stunde holt die Miete auch nicht heraus, könnte aber helfen, um es am Wochenende auch mal in einen Club zu schaffen. Sspätestens am 30. September kommt meine Sparkassen-Beraterin aus dem Urlaub, wird meine Email zum Bildungskredit lesen und mir mitteilen, dass sie mir als Fachschüler leider nichts anbieten kann.

Pech im Spiel, Pech in der Liebe. Mir ist noch nicht klar, an welchem Ende ich die Brechstange ansetzten soll.

400

September 20th, 2009

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Bestnoten

September 18th, 2009

Offen, intelligent, kooperativ, sympathisch, kontaktfreudig, aktiv, forsch, redselig(!).

Auf einer Skala von eins bis zehn gibt sie mir in allen positiven Disziplinen Bestnoten. Ich hätte mich nach den ersten drei Wochen als ruhig, zynisch, überheblich und rastlos bezeichnet, wobei mir wieder klar wird, auf welcher Augenhöhe ich anderen Menschen begegne. Lache ich mit ihnen, passiert es schnell, dass ich sie auslache, diskutieren wir, wird rasch eine Belehrung daraus.

Das war ein Dauerbrenner bei meinen Psychologenterminen. Er hat mir oft gesagt, dass ein einfaches Lächeln Wunder bewirken kann, versteinerte Minen nur Verunsicherung hervorrufen. Mit den heute gefallenen Adjektiven verstehe ich erstmals, was er mir sagen wollte.

Wie Badminton auf Koks

September 11th, 2009

Ob ich mich daran noch erinnern werden kann, in fünf oder zehn Jahren? Bestimmt, man bekommt selten fast ein Baby. Man hat nur ein mal den ersten Sex. Und man betrinkt sich selten, nur um in Ruhe ein Buch lesen zu können, ohne das die Gedanken um die eigenen Probleme kreisen. Es wird der Sommer in der Bergmannstraße sein, später.

In alles, was ich in diesem Sommer gemacht habe, ist so viel Elan eingeflossen, dass es schiefgegangen ist, misslingen musste. Es hätte eine Beziehung werden können, es hätte dreckiger Sex sein können, es hätten nette drei Jahre Ausbildung werden können. Stattdessen klopfe ich an die Pforten von Privatbanken, um mir eine Ausbildungsfinanzierung zu erbetteln, mein Konto ist knietief im Dispo und trotzdem leer – zum Glück muss ich nicht auch noch nach einem Kinderkredit fragen.

Und dann…

September 8th, 2009

…kostet die Abtreibung auf ein mal 350€, ihre deutsch übersetzende Freundin reist Montag ab und ich werde mit einem australischen Kind aufwachsen. Auch gut.

Egoismus

September 7th, 2009

Morgen um diese Zeit werde ich die erste Frau dazu bewegt haben, ein Kind von mir abzutreiben. Nicht, dass ich sie gedrängt hätte. Ich habe ihr nur nie Möglichkeiten aufgezeigt, wie es vielleicht auch so gehen könnte. Sie hat mit ihren Eltern gesprochen, lange mit ihrer besten Freundin geredet und sich dafür entschieden.

Sie wird das sicher lange mit sich herumtragen. Ich könnte glücklicher nicht sein.