Kopf verdrehen

September 5th, 2009

Du kommst zu spät. Die Plätze sind schon verteilt, alle Rollen bereits vergeben. Die coolen Typen haben sich schon neben eine der Frauen mit Hornbrille gesetzt, du nimmst kurz vor dem Lehrer neben der dicken Frau mit gefärbten Kontaktlinsen Platz. Du schaust dich um, du gibst dich zufrieden. Eine Stunde dauert 45 Minuten, danach werden die Karten neu gemischt.

Vielleicht ist das, was ich in Rothaarige hineininterpretiere das selbe, dass ich von Sex erwartet habe. Das kleine Stück innerer Erfühlung, der Fetisch, ohne den normale Leute auch glücklich werden. Es hilft nichts, du willst es trotzdem haben und deine Herzfrequenz zieht bereits an, wenn auch nur eine Frau dieser Art die Bahn betritt.

Fegefeuer

September 5th, 2009

Vor der Hiobsbotschaft war sie schon mehrere Tage in Berlin. Das wusste ich, habe beschäftigt getan und nicht auf ihre Nachrichten geantwortet. Am Montag dann die erschreckende Nachricht, nach der ich innerhalb von einer halben Stunde bei ihr war. Kuscheln, reden, Sex und die Bitte, neben ihr einzuschlafen. Ich würde in diesen Momenten alles tun, um das Schicksal zu beeinflussen.

“Sehe ich dich jetzt wieder tagelang nicht?” fragt sie und ich schüttele vehement den Kopf. Das war am Dienstag.

Geduldsprobe

September 3rd, 2009

Nach drei Tagen Kennenlernspielen, Einführungsveranstaltungen der (rothaarigen) Bibliothekarin und unendlich vielen Beteuerungen, dass wir nicht nur Schüler, sondern Studenten sind, dies keine Schule, sondern ein Campus ist möchte man einfach nur eins: endlich anfangen, ein Erzieher zu werden.

Abfahrt verpasst

September 1st, 2009

Ich liege auf der Couch, schaue Nichts Bereuen zum hundertsten Mal und versuche, den Kopf weit weg von den schlechten Nachrichten der letzten Tage zu halten. Der Mitbewohner kommt und fragt nach dem Notfall, wegen dem ich die ganze letzte Nacht weg blieb. “Du wirst doch nicht etwa Vater?” sagt er und grinst.

Achtunddreißig

August 30th, 2009

“Schau dir S. an. Die kann jeden Typen haben. Stattdessen hat sie mich genommen.” “Welche Hosengröße hast du?” “33, aber…” “Siehst du, ich habe 38. Und deshalb hast du mit S. rumgemacht und ich nicht.” “Du hast einfach den Punkt auf einer Party noch nicht bemerkt, an dem sowieso nur noch jeder mit jedem rummachen möchte. An deinem Aussehen scheitert es jedenfalls nicht.”

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Aufgeregt kommt der Mitbewohner von dem anderen Dancefloor wieder. “Ich habe die hübscheste Rothaarige jemals gesehen. Das beste: Ich kenne sie sogar über eine Freundin.” Zwei Stunden später hat mir L. den Kopf verdreht, ohne mich auch nur angeschaut zu haben. Der Mitbewohner besorgt ihre Nummer und ich weiß gleich, dass es zu schön ist, um wahr zu sein. 38, meine Behinderung.

Ein Hilferuf

August 29th, 2009

Mein BAföG-Antrag wurde abgelehnt. Da ich weder zu meinen Eltern ziehen möchte noch die Erzieherausbildung schmeißen werde hoffe ich erneut auf jemanden, der mir einen Weg aus der Krise zeigen kann.

Sollte jemand von euch von einem lukrativen Nebenjob (im Bereich Berlin) gehört haben, etwas über Stipendien in diesem Bereich wissen oder einen Staatstopf kennen, den ich noch ausschöpfen kann, so würde ich mich sehr über eine Mail freuen.

Gerade weiß ich nicht weiter. Da hat es sich bewährt, auch mal andere zu fragen. Vielen Dank.

Zur Sicherheit

August 26th, 2009

Vier Stunden auf Hochtouren. Endlich wieder Arbeit, die mich fordert, bei der die Chance besteht, dass mein Fehler direkte Auswirkungen hat. Eine abstrakte Chance, die mich trotzdem fordert. Zwischendurch kaum die Möglichkeit, einen Schluck Wasser zu trinken. Ich mag das, es gibt mir nach langer Zeit wieder das Gefühl, gebraucht zu werden.

Nach den schweißtreibenden Stunden werde ich “reduziert”. Der Regen beginnt, ob ich durch die Absperrungen noch einmal zum Konzert komme interessiert mich nicht. Ich will eiskaltes Bier und ein Bett, grundsätzliche Bedürfnisse.

Blümchensex

August 24th, 2009

Manchmal biss ich in ihre Lippen. Zog sie zu mir, ließ sie nur zögerlich zurückspringen. Sie mochte es, meine Zunge hinter ihren Ohren zu spüren, ich war erstaunt, was Nippel für Reaktionen hervorrufen können.

Abends trafen wir uns zum ersten mal seit fünf Tagen wieder. Mir lag nichts anderes als der Gedanke an Sex im Kopf, sie fühlte sich heute nicht wirklich sexual. Wir redeten, spazierten, ich nahm mir Zeit. In den Rehbergen lagen wir dicht aufeinander, knutschten. Immer, wenn ich aufhören wollte, konnte sie nicht genug bekommen. Sex doesn’t sound so gross to me anymore sagte sie und ich schlug vor, das Ganze wieder in ihre Wohnung zu verlegen. Only, if you bite my nipples hard this time sagt sie und konnte danach absolut nicht verstehen, warum ich so grinsen musste. Es war Vorfreude.

Abrechnung

August 24th, 2009

Hundert Euro fehlten noch in der Kasse, die ich mir genommen hatte, weil meine Chefin die letzte Gehaltszahlung nicht rechtzeitig ausrechnete und losschickte. Den ganzen Urlaub lang wollte ich vorbeigehen und das Geld zurücklegen, heute Nacht fiel es mir wieder ein. Zum Glück gibt es den Mitbewohner, Sparkassen und Fahrräder, so wurde eine nette Tour bei Nacht daraus.

Vor der Tür der letzte Blick zurück: Morgen früh um 8 Uhr werde ich anrufen und mich krank melden. Meinen Schlüssel und die Hausschuhe am Wochenende abholen, hoffentlich nie wieder jemandem aus der Kita begegnen. Neun Monate können die Hölle sein, die nächsten drei Jahre sollen das Paradies werden.

Black and white

August 19th, 2009

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